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Herbstcheck fürs Rad: fünf Dinge, die jetzt zählen

Der Herbst ist für Fahrräder die härteste Jahreszeit. Nicht der Frost macht die Arbeit, sondern das Wasser, der Split und die Dunkelheit. Fünf Punkte, die wir in dieser Zeit am häufigsten auf dem Montageständer haben – und die du zum Teil selbst prüfen kannst.

Mechaniker prüft in der Werkstatt die Bremse an einem Fahrrad

· 5 Min. Lesezeit · Aus der Werkstatt

Aus der Werkstatt der bikeOgroup in München-Giesing – Familienbetrieb im Fahrradfachhandel seit 1987.

Licht: der einzige Punkt, bei dem es nicht ums Fahrgefühl geht

Ab Mitte September fährst du auf dem Rückweg von der Arbeit im Dunkeln. Licht ist dabei nicht nur Vorschrift, es ist der Unterschied zwischen gesehen werden und übersehen werden. Und es fällt fast nie auf einen Schlag aus, sondern schleichend: Der Nabendynamo liefert noch, aber ein Kabel ist am Ausfallende gebrochen und wackelt sich durch.

Prüf beides im Stehen: Vorderrad anheben, drehen, Licht an. Flackert es, wenn du am Kabel wackelst, ist der Kontakt schuld und nicht die Lampe. Bei Akkuleuchten lohnt der Blick auf die Halterung – die meisten verlorenen Rücklichter gehen über eine ausgeleierte Klemme verloren, nicht über einen Diebstahl.

Bremsen: nass wird jeder Belag später fertig

Bei Nässe greift jede Bremse verzögert, weil die Scheibe oder die Felge erst trockengewischt werden muss. Das ist normal. Nicht normal ist ein Hebel, der bis zum Griff durchkommt, ein Schleifen bei jeder Umdrehung oder ein metallisches Kratzen – dann ist der Belag durch und die Scheibe arbeitet gegen den Träger.

Der schnellste Selbsttest: Rad anheben, drehen, hören. Ein gleichmäßiges leises Streifen ist meist nur ein leicht verzogener Bremssattel. Ein Kratzen im Takt der Umdrehung ist ein Fall für die Werkstatt, und zwar bevor die Scheibe hin ist.

Reifen: der Luftdruck fällt mit der Temperatur

Luft zieht sich bei Kälte zusammen. Ein Reifen, der im August passte, steht im Oktober spürbar weicher da, ohne dass irgendetwas kaputt wäre. Zu wenig Druck heißt: mehr Rollwiderstand, schlechteres Lenkverhalten und deutlich mehr Durchschläge an Bordsteinkanten.

Auf der Flanke steht der zulässige Bereich. Für den Alltag in der Stadt fährst du im oberen Drittel gut, bei viel Nässe und Laub eher etwas darunter, weil die Auflagefläche größer wird. Und dann der Punkt, den fast alle übersehen: Schau dir die Lauffläche im Streiflicht an. Feine Schnitte mit eingeklemmtem Split sind die Pannen der nächsten Wochen.

Kette und Antrieb: Wasser plus Straßendreck ist Schmirgel

Eine trockene Kette im Sommer ist unangenehm. Eine trockene Kette im Herbst ist teuer, weil der Schmutz zwischen den Gliedern wie Schleifpaste arbeitet. Wer bei Nässe fährt und nie nachölt, wechselt Kette, Ritzel und Kettenblatt oft im selben Jahr statt über drei Jahre verteilt.

Das Rezept ist unspektakulär: Kette mit einem Lappen abziehen, dünn ölen, überschüssiges Öl wieder abwischen. Genau das Abwischen sparen sich die meisten – und sammeln damit erst recht Dreck ein. Wenn die Kette beim Treten rasselt oder unter Last überspringt, ist der Verschleiß schon weiter, als Öl reparieren kann.

E-Bike-Akku: Kälte ist kein Schaden, aber sie kostet Reichweite

Ein Akku bei fünf Grad gibt weniger her als derselbe Akku bei zwanzig Grad. Das ist Physik und kein Defekt – die Anzeige erholt sich, sobald er wieder warm ist. Problematisch wird es erst, wenn der Akku kalt und tiefentladen über Wochen im ungeheizten Keller steht.

Für den Winter heißt das: mitnehmen statt draußen lassen, bei längeren Standzeiten halb geladen lagern und vor der Fahrt aus der Wohnung mitnehmen statt schon am Abend ans Rad stecken. Die Ladebuchse am Rahmen ist die zweite Schwachstelle – Kappe zu, gerade wenn das Rad im Regen steht.

Was davon in die Werkstatt gehört

Licht kontrollieren, Luftdruck prüfen, Kette ölen: alles, was du selbst machst. Sobald Bremsen kratzen, die Schaltung unter Last springt, das Laufrad seitlich schlägt oder die Elektronik Fehler meldet, wird es Werkstattarbeit – und je früher, desto kleiner die Rechnung.

Kleinigkeiten machen wir in München-Giesing im Express-Service ohne Termin, alles Größere bitte mit Termin. Die Preise für die einzelnen Arbeiten stehen vorher fest und sind auf der Preisliste nachzulesen. Genannt ist die Arbeitszeit, Ersatzteile kommen dazu.

Selbst
Licht, Luftdruck, Kette ölen, Schrauben nachziehen
Express
Platten, Bremsbeläge, Licht defekt, Schaltung justieren
Mit Termin
Inspektion, Laufrad zentrieren, Antrieb tauschen, E-Bike-Diagnose

Zehn Minuten im Hof sparen im Herbst mehr Geld als jede Sparmaßnahme an Ersatzteilen: Licht, Luft, Kette. Alles andere hört und sieht man rechtzeitig, wenn man einmal bewusst hinhört.

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