Manufaktur
Welche Rahmengröße zu dir passt
Kein Bauteil am Rad lässt sich so schlecht nachträglich ändern wie der Rahmen. Sattel, Vorbau und Lenker verschieben die Sitzposition um Zentimeter – die Rahmengröße legt fest, in welchem Bereich diese Zentimeter überhaupt liegen. Deshalb steht sie bei uns am Anfang.

· 4 Min. Lesezeit · Aus der Manufaktur
Aus der Werkstatt der bikeOgroup in München-Giesing – Familienbetrieb im Fahrradfachhandel seit 1987.
Schrittlänge schlägt Körpergröße
Zwei Menschen mit 1,78 m können unterschiedliche Rahmen brauchen, weil sich die Größe verschieden auf Beine und Oberkörper verteilt. Was zählt, ist die Schrittlänge: barfuß an die Wand stellen, ein Buch waagrecht in den Schritt schieben, Oberkante anzeichnen, vom Boden messen.
Diese Zahl ist reproduzierbar, die Körpergröße nur ein Mittelwert darüber. Wer sie einmal hat, kann jede Größentabelle lesen – auch die von anderen Herstellern.
Wenn du zwischen zwei Größen liegst
Zwischengrößen sind der Normalfall, nicht die Ausnahme. Die Entscheidung hängt daran, wie du sitzen willst: Der kleinere Rahmen ist wendiger und lässt eine aufrechtere Haltung zu, der größere streckt und läuft bei längeren Strecken ruhiger.
Praktisch heißt das: Wer viel in der Stadt unterwegs ist, oft anhält und absteigt, fährt mit der kleineren Größe meist zufriedener. Wer Strecke macht, nimmt die größere. Im Zweifel entscheidet die Probefahrt, nicht die Tabelle.
Was die Einstiegsform damit zu tun hat
Diamant, Trapez und Tiefeinstieg unterscheiden sich nicht in der Fahrposition, sondern darin, wie man auf das Rad kommt. Ein tiefer Durchstieg hilft bei Rock und Mantel, bei steifem Knie und wenn hinten Gepäck steht. Das ist eine Frage des Alltags, keine der Körpergröße.
Andersherum gilt: Die Einstiegsform ändert nichts daran, welche Rahmengröße passt. Beides wird getrennt entschieden.
Was sich später noch ändern lässt
Die Sattelhöhe ist die erste Stellschraube und die wichtigste: Bei durchgedrücktem Bein soll die Ferse das Pedal am untersten Punkt gerade eben erreichen. Danach kommen Sattelposition, Vorbaulänge und Lenkerhöhe – damit lässt sich viel ausgleichen.
Was sich nicht ausgleichen lässt, ist ein Rahmen, der grundsätzlich zu groß ist. Deshalb lohnt der Aufwand vorher.
- Messen
- Schrittlänge barfuß, mit Buch an der Wand
- Entscheiden
- Zwischengröße nach Einsatz, nicht nach Gefühl
- Getrennt
- Einstiegsform ist eine Alltagsfrage
Miss die Schrittlänge, nicht nur die Körpergröße. Liegst du dazwischen, entscheidet der Einsatz: kleiner für die Stadt, größer für die Strecke – und die Einstiegsform ist eine eigene Frage.
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