Gebrauchträder
Gebrauchtrad im Winter kaufen: der unterschätzte Zeitpunkt
Die meisten Räder wechseln im Frühjahr den Besitzer. Das heißt: Im Frühjahr ist die Auswahl größer und die Nachfrage auch – im Winter ist beides kleiner, und das verschiebt die Verhältnisse.

· 4 Min. Lesezeit · Zweites Leben
Aus der Werkstatt der bikeOgroup in München-Giesing – Familienbetrieb im Fahrradfachhandel seit 1987.
Weniger Nachfrage, mehr Ruhe
Im März steht man bei einer Besichtigung oft nicht allein da, und Entscheidungen werden schnell getroffen. Im Dezember hat man Zeit, das Rad in Ruhe anzusehen, Probe zu fahren und noch einmal darüber nachzudenken.
Das ist der eigentliche Vorteil – nicht ein anderer Preis, sondern eine bessere Entscheidung. Die teuersten Gebrauchtradkäufe sind die, bei denen man unter Zeitdruck etwas übersehen hat.
Worauf du im Winter besonders achtest
Ein Rad, das den Winter ĂĽber drauĂźen stand, sieht anders aus als eines aus dem Keller. Beides kann in Ordnung sein, aber man sollte wissen, womit man es zu tun hat.
Schau auf Rost an Speichennippeln, auf die Kette und auf die Sattelstütze. Oberflächenrost an Schrauben ist harmlos. Eine festsitzende Sattelstütze oder braune Speichennippel heißen: Das Rad stand lange nass.
Die Probefahrt bei Kälte
Bei Minusgraden fühlt sich jedes Rad etwas zäher an – Fett in den Lagern ist steifer, Züge laufen schwerer. Das ist normal und sagt nichts über den Zustand.
Was trotzdem auffällt: Spiel in Lagern, Geräusche beim Treten, eine Bremse, die nicht sauber greift. Danach suchst du, nicht nach Leichtgängigkeit.
Und dann hat man Zeit
Wer im Winter kauft, hat bis zum Frühjahr Zeit, das Rad herzurichten – Verschleißteile tauschen, einstellen lassen, auf sich anpassen.
Im März dasselbe zu tun heißt warten, weil dann alle gleichzeitig in die Werkstatt wollen. Das ist der praktische Teil des Vorteils.
Im Winter kaufst du ohne Zeitdruck und hast bis zum FrĂĽhjahr Zeit, das Rad herrichten zu lassen. Beides ist mehr wert als ein paar Euro.
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