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Warum der Reifen im Winter von selbst Luft verliert
Jedes Jahr dasselbe: Im Oktober fühlt sich das Rad plötzlich schwerfällig an, und die Reifen sehen weich aus. Kaputt ist meistens nichts – es ist die Temperatur.

· 4 Min. Lesezeit · Rund um die Uhr
Aus der Werkstatt der bikeOgroup in München-Giesing – Familienbetrieb im Fahrradfachhandel seit 1987.
Kalte Luft braucht weniger Platz
Luft zieht sich bei Kälte zusammen. Als Faustregel sinkt der Druck um etwa ein Prozent pro Grad Temperaturabfall. Ein Reifen, der im September bei zwanzig Grad richtig gepumpt war, hat im Januar bei null Grad spürbar weniger.
Dazu kommt der normale Verlust: Ein Fahrradschlauch ist nicht vollständig dicht, Luft diffundiert durch das Material. Bei dünnen Schläuchen mit hohem Druck merkt man das innerhalb weniger Tage, bei dicken Stadtschläuchen über Wochen.
Warum das im Winter mehr ausmacht
Ein zu weicher Reifen rollt schwerer und federt stärker ein. Im Sommer ist das unbequem – im Winter kommt dazu, dass die Flanke bei jeder Bordsteinkante durchschlagen kann und dass der Reifen in Kurven unpräziser wird.
Und ein weicher Reifen ist pannenanfälliger: Der Schlauch wird zwischen Felge und Hindernis eingeklemmt, das ergibt den typischen Snakebite mit zwei Löchern nebeneinander.
Wie oft nachpumpen
Im Winter etwa alle zwei Wochen, bei dünnen Reifen eher wöchentlich. Das klingt oft, dauert aber eine Minute – und macht einen größeren Unterschied als fast jede andere Pflegemaßnahme.
Der richtige Bereich steht seitlich auf dem Reifen. Im Winter lohnt es sich, eher am unteren Ende zu bleiben: Das gibt mehr Auflagefläche und damit mehr Grip auf nassem Untergrund.
Wo das nachts geht
An unserer Luftstation in Giesing kostet das Aufpumpen nichts, und sie ist rund um die Uhr zugänglich. Das ist genau für diesen Fall gedacht: Reifen weich, Laden zu, morgen früh soll es losgehen.
Wer unsicher ist, wie viel Druck richtig ist: Der Wert steht auf dem Reifen, nicht auf der Felge und nicht im Rahmen.
Ein Prozent Druck pro Grad Abkühlung. Vom Sommer zum Winter ist das rund ein Fünftel – ohne dass irgendetwas kaputt ist.
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